Wedding Day

Von Chaos zur Traumhochzeit

Wedding Day mal anders...

Normalerweise schreibe ich nur über meine Reisen und Erlebnisse in fernen Ländern. In diesem Bericht möchte ich eine weitere wunderschöne Erinnerung festhalten, um mich immer wieder daran erinnern zu können. Gleichzeitig möchte ich zukünftigen Paaren zeigen, wie man seinen ganz besonderen und einzigartigen Tag perfekt planen kann – und am Ende doch alles anders kommt.

Wenn ihr denkt, dass ihr eure Hochzeit perfekt geplant habt und nichts mehr passieren kann, möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, was das Schicksal alles für euch bereithalten kann und wie ihr dennoch ruhig und gelassen bleiben könnt.

Selbstverständlich ist eine gute Planung im Voraus das Allerwichtigste. Hierbei gilt es, die wichtigsten Punkte strukturiert abzuarbeiten. Wir haben lediglich eine standesamtliche „freie“ Trauung durchgeführt. Bei euch könnte daher der eine oder andere Punkt hinzukommen. Hier sind meiner Meinung nach die fünf wichtigsten Punkte, die vor der eigentlichen Hochzeitsplanung geklärt werden sollten:

Sobald diese fünf Punkte geklärt sind, könnt ihr mit der Detailplanung beginnen. Hierzu kann ich euch ebenfalls einige Aufgaben nennen, die euch bei der Planung unterstützen können:



Ich empfehle euch, so viel wie möglich im Vorfeld zu planen, zu organisieren und vorzubereiten. Erstellt am besten eine Aufgabenliste, auf der ihr Familienmitgliedern oder Freunden einzelne Aufgaben zuordnet. So wird zum einen nichts vergessen und zum anderen könnt ihr euren Helfern ihre Aufgaben direkt übergeben. Klärt bitte rechtzeitig ab, wobei euch eure Gäste unterstützen können. Wir haben uns zum Beispiel Kuchen und Salate von Familie und Freunden zubereiten lassen. Dadurch waren Qualität und Vielfalt noch einmal deutlich größer als bei einem Standard-Catering.

Kommen wir zum ersten Punkt, der schieflaufen kann: Fragt bitte immer bei eurem Caterer nach, ob auch Geschirr, Besteck und Gläser bereitgestellt werden. Viele Unternehmen bieten diesen Service entweder gar nicht an oder verfügen nicht über die entsprechenden Kapazitäten.

Desaster Nummer zwei: Bei unserer Planung ist zum Glück noch rechtzeitig aufgefallen, dass zwei Brautpaare dieselbe Location für die Trauung zur gleichen Uhrzeit mit demselben Standesbeamten gebucht hatten. Selbstverständlich hatten beide Paare ihre Einladungen bereits verschickt. Da an diesem Standort nur eine Trauung pro Tag stattfinden durfte, musste eine Sondergenehmigung eingeholt werden. Glücklicherweise konnten wir die erste Trauung um eine Stunde vorverlegen, sodass unsere Trauung anschließend mit einer kleinen Verzögerung stattfinden konnte.

Nach unserem Urlaub in Südostasien kehrten wir mit einer wunderbaren Neuigkeit zurück: Im Herbst würden wir Eltern werden. Mit dieser Freude ergab sich allerdings auch eine neue Herausforderung. Würde die Braut in der 22. Schwangerschaftswoche überhaupt noch in ihr bereits bestelltes Brautkleid passen?

Sobald wir erfuhren, dass wir unser erstes Kind erwarteten, vereinbarte meine Frau vorsorglich einen weiteren Termin zur Anprobe ihres Kleides. Gemeinsam mit der Schneiderin sollte überprüft werden, ob das Kleid auch mit einem wachsenden Babybauch noch perfekt sitzen würde. Glücklicherweise konnte bereits bei dieser Anprobe mithilfe eines speziellen Bauchkissens bestätigt werden, dass das Kleid auch in der 22. Schwangerschaftswoche noch passen würde. Damit war auch diese kleine Sorge aus der Welt geschafft und wir mussten uns nicht zusätzlich um ein neues Brautkleid kümmern.

Der vierte Punkt, der bei uns schiefgelaufen ist, war wohl der größte. Zwei Wochen vor unserer Hochzeit haben wir mit dem Vermieter unserer Partylocation telefoniert. Da wir unsere Hochzeit im Freien feiern wollten, erhielten wir die Information, dass die Bäume mit Eichenprozessionsspinnern befallen waren und diese zunächst entfernt werden mussten. Nach dem ersten Schock wurde uns jedoch versichert, dass dies rechtzeitig erledigt werden würde.

Am Montag vor unserer Hochzeit erhielten wir dann gegen 19:30 Uhr einen Anruf mit der Bitte, uns kurzfristig auf dem Grundstück zu treffen. Spontan wie wir sind, setzten wir uns ins Auto und fuhren sofort los. Vor Ort trafen wir die gesamte Vorstandschaft. Dort wurde uns mitgeteilt, dass die Eichenprozessionsspinner zwar entfernt worden waren, einige Bäume jedoch einsturzgefährdet seien. Aus Sicherheitsgründen durfte das Grundstück daher nicht vermietet werden.

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie geschockt wir in diesem Moment waren. Fünf Tage vor der Trauung zu erfahren, dass wir uns eine neue Location suchen mussten, war alles andere als einfach. Doch auch das konnten wir mit unzähligen Telefonaten lösen und fanden bereits am Dienstag eine neue Möglichkeit.

Nun mussten wieder alle Beteiligten – Catering, Konditorei, Gäste und viele weitere – informiert werden, damit die neue Planung umgesetzt werden konnte. Zusätzlich gab es das Problem, dass die neue Location bereits von Freitag bis Samstagmorgen um 10:00 Uhr für eine Firmenfeier vermietet war. Glücklicherweise konnten wir bei der Schlüsselübergabe am Donnerstag mit den Verantwortlichen sprechen und uns darauf einigen, dass wir bereits ab 8:00 Uhr mit dem Aufbau beginnen durften.

Bereits am Donnerstag transportierten wir sämtliche Tische, Bänke, das Zelt und die Dekoration zur neuen Location und schlossen alles in einem separaten Raum ein. Dadurch verschob sich unser ursprünglicher Aufbautag von Freitag auf Samstagmorgen zwischen 8:00 Uhr und 11:00 Uhr. Da es sich um ein öffentliches Gelände handelte, konnten wir vorher keinerlei Dekoration anbringen. Diese wurde deshalb erst nach der Trauung und dem Sektempfang von Familienmitgliedern und Freunden aufgebaut. Zum Glück hatten wir bereits im Vorfeld alles in Kisten sortiert und vorbereitet. Dadurch konnten die Tische für 120 bis 150 Gäste in kürzester Zeit dekoriert werden.

Ich persönlich bin um 10:30 Uhr vom Aufbau nach Hause gefahren, um zu duschen und mich umzuziehen, damit ich pünktlich um 12:00 Uhr zu unserer Trauung erscheinen konnte. Hochzeitsstress einmal etwas anders!

Unser Caterer hatte durch die neue Planung ebenfalls ein riesiges Problem. Eigentlich war vorgesehen, dass der Aufbau bereits am Freitag stattfinden sollte. Das war nun nicht mehr möglich. Wie unser Caterer letztendlich die Planung von insgesamt vier Hochzeiten an diesem Wochenende umorganisiert hat, wissen wir bis heute nicht. Umso dankbarer sind wir, dass wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben.

Unsere Gäste mussten wir ebenfalls noch einmal informieren, damit sie nicht schon vor unserer Ankunft zur Location der Trauung liefen. Schließlich fand vor unserer Trauung noch die andere Zeremonie statt, die wir selbstverständlich nicht stören oder unterbrechen wollten.

Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, wurde am Vorabend unserer Hochzeit – also am Freitag – auch noch die Trauzeugin meiner Frau ins Krankenhaus eingeliefert, um am Samstag, dem Tag unserer Hochzeit, ihr Kind zur Welt zu bringen. Zusätzlich wäre sie eigentlich auch für Haare und Make-up der Braut zuständig gewesen. Glücklicherweise hatte sich meine Frau bereits zwei Wochen zuvor um einen Plan B für Haare, Make-up und sogar eine Ersatz-Trauzeugin gekümmert.

Wie man bei all diesen Katastrophen trotzdem ruhig, gelassen und entspannt bleiben kann, ohne dass auch nur eine einzige Träne fließt, kann ich euch mittlerweile beantworten.

Nach der Hochzeit sagte ich zu meiner Frau, dass ich ihr auf keinen Fall das Gefühl geben wollte, ich hätte die Situation nicht im Griff oder irgendetwas würde nicht funktionieren. Daraufhin antwortete sie mir, dass es ihr genauso ergangen sei und sie ebenfalls bewusst ruhig geblieben sei, damit ich nicht durchdrehe.

Ganz ehrlich: Wenn wir zwei nicht füreinander bestimmt sind – wer dann? Trotz aller Hürden und Hindernisse haben wir es gemeinsam geschafft, ruhig zu bleiben und eine wunderschöne Hochzeit auf die Beine zu stellen. Mit allen Anpassungen, der nötigen Flexibilität und trotz aller Ärgernisse.



All das wäre jedoch niemals möglich gewesen ohne die Unterstützung unserer Familie und Freunde. Ohne euch wäre dieser Tag niemals zu einem so unglaublich traumhaften Erlebnis geworden. Wir können uns nur immer wieder von Herzen bei euch bedanken und glücklich sein, solch wundervolle Menschen in unserem Leben zu haben.



Fazit

Am Ende hat alles perfekt funktioniert und es war sogar noch schöner, als wir es uns jemals hätten vorstellen oder planen können. Haare und Make-up waren rechtzeitig fertig, alle Gäste warteten am vereinbarten Treffpunkt, und gemeinsam gingen wir zur Location unserer freien Trauung. Dort warteten wir voller Vorfreude auf das Eintreffen der wunderschönen Braut.

Währenddessen hatte unsere Familie bereits den morgendlichen Aufbau für die Trauung übernommen. Unser Standesbeamter gestaltete eine wundervolle Zeremonie, die für uns unvergesslich bleiben wird. Den gesamten Tag über konnten wir uns auf die Unterstützung unserer Helfer verlassen. Beim Aufbau, während der Trauung, beim Sektempfang, bei der Dekoration, während der Feier und schließlich auch beim Abbau.

Als wir an unserer Partylocation ankamen, war alles liebevoll dekoriert und perfekt vorbereitet. Das Catering traf pünktlich ein, das Essen war hervorragend und mehr als ausreichend. Auch alle Kuchen und Salate, die Familie und Freunde mitgebracht hatten, waren angekommen und wurden bis auf wenige Reste aufgegessen.

Das Schönste an diesem Tag war jedoch, dass wir ihn gemeinsam mit unseren Liebsten verbringen konnten. Trotz aller Hindernisse hatten wir nicht einen einzigen Moment das Gefühl, dass dieser Tag anders hätte sein sollen. Im Gegenteil, rückblickend war er genau so, wie er sein musste.

Vielen Dank noch einmal an ALLE, die uns unterstützt, mitgefiebert und mit angepackt haben. Ihr habt diesen Tag für uns unvergesslich gemacht. Ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen.